Nichts kann schneller als das Licht sein, denn diese Geschwindigkeit ist nicht nur die eines schnellen Objekts, sondern eine strukturelle Grenze der Raumzeit selbst. In Einsteins Relativitätstheorie nimmt mit zunehmender Beschleunigung eines massereichen Teilchens dessen Energie und Trägheit so stark zu, dass unendlich viel Energie nötig wäre, um die Lichtgeschwindigkeit zu erreichen – das ist physikalisch unmöglich. Zudem können Information und Kausalität nicht schneller als diese Grenze reisen, da sonst die Reihenfolge von Ereignissen umkehrbar wäre und die Kausalität verletzt würde. Licht ist daher kein „Rekord“, der gebrochen werden muss, sondern die maximale Geschwindigkeit, mit der das Universum die Ausbreitung von Energie, Materie und Information zulässt.
Jahrtausendlang wurde Licht als sofortig wahrgenommen, zu schnell, um gemessen zu werden. Erst im 17. Jahrhundert zeigte Ole Rømer (1644-1710), dass die Finsternisse der Jupitermonde eine messbare Verzögerung aufweisen, ein Zeichen dafür, dass Licht eine endliche Zeit zum Reisen benötigt. Allmählich setzte sich die Idee durch: Licht hat eine Geschwindigkeit.
Im 19. Jahrhundert ebneten die Messungen von Hippolyte Fizeau (1819-1896) und Léon Foucault (1819-1868) den Weg für Albert Einsteins (1879-1955) spezielle Relativitätstheorie, die 1905 feststellte, dass die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum eine grundlegende Konstante der Raumzeit und die absolute Grenze für jede Wechselwirkung ist.
Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum beträgt genau \(c = 299\,792\,458\ \text{m} \cdot \text{s}^{-1}\) (m/s).
Dieser Wert, bezeichnet als \(c\), stellt die maximale Geschwindigkeit dar, mit der sich jede Information, Ursache oder Wirkung im Kosmos ausbreiten kann. Die Grenze gilt nicht nur für Licht: Kein massereiches Teilchen kann diese Geschwindigkeit erreichen oder überschreiten.
Einsteins Gleichungen zeigen, dass die kinetische Energie eines Körpers gegen Unendlich tendiert, wenn sich seine Geschwindigkeit \(c\) nähert. Die relativistische kinetische Energie eines Körpers mit der Masse m und der Geschwindigkeit v wird geschrieben als: \[ K = (\gamma - 1)\, m c^2 \quad \text{wo} \quad \gamma = \frac{1}{\sqrt{1 - \frac{v^2}{c^2}}} \]
Wenn sich die Geschwindigkeit \(v\) der Lichtgeschwindigkeit \(c\) nähert, \( \sqrt{0} = 0 \) folgerichtig: \( \frac{1}{\sqrt{0}} = \frac{1}{0} \)
In der Mathematik ist die Division durch Null nicht definiert. Es ist eine verbotene Operation in der Menge der reellen Zahlen. Die korrekte Formulierung für die Physik ist die des Grenzwerts:
\[ \lim_{v \to c} \frac{1}{\sqrt{1 - \frac{v^2}{c^2}}} = +\infty \]
Wenn sich die Geschwindigkeit \(v\) also beliebig nahe an die Lichtgeschwindigkeit \(c\) annähert, wird der Lorentz-Faktor \(\gamma\) beliebig groß. Er kann jeden endlichen Wert überschreiten. Diese Divergenz macht es unmöglich, dass ein massereiches Teilchen \(c\) erreicht.
N.B.: In der Physik wird \(\frac{1}{\sqrt{0}} \to \infty\) verwendet, um diese Divergenz zu kennzeichnen, aber es handelt sich immer um einen Grenzwert, nie um eine Gleichheit im algebraischen Sinne.
Masselose Teilchen (Photonen, Gluonen) nehmen einen besonderen Platz im Kosmos ein. Im Gegensatz zu massereichen Teilchen, die theoretisch jede Geschwindigkeit zwischen 0 und \(c\) annehmen können, kann ein masseloses Teilchen nur mit einer einzigen Geschwindigkeit existieren: der des Lichts im Vakuum.
Warum diese absolute Einschränkung? Die Antwort liegt in den Gleichungen der speziellen Relativitätstheorie. Die Energie eines Teilchens wird geschrieben als: \( E^2 = (m c^2)^2 + (p c)^2 \)
wobei \(m\) die Ruhemasse und \(p\) der Impuls ist. Wenn \(m = 0\) (masseloses Teilchen), reduziert sich die Gleichung auf: \( E = p c \)
Außerdem wird die Geschwindigkeit \(v\) eines Teilchens durch die Beziehung gegeben: \( v = \frac{p c^2}{E} = \frac{p c^2}{p c} = c \)
Die Berechnung ist eindeutig: Für jedes Teilchen mit der Masse Null ist die Geschwindigkeit streng gleich \(c\). Es ist unmöglich, dass es verlangsamt oder beschleunigt wird. Es entsteht mit Lichtgeschwindigkeit und verschwindet mit derselben Geschwindigkeit, ohne jemals in Ruhe zu sein.
Deshalb reisen Photonen Milliarden von Jahren lang. Während ihrer gesamten Reise haben sie nie auch nur einen Bruchteil einer Sekunde Verlangsamung erlebt. Ihre innere Uhr ist eingefroren: Sie altern nicht.