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Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2026

Julihimmel: das Sternbild Schwan

Julihimmel für Kinder, Sternbild Schwan

Sternbild Schwan.
Bildquelle: astronoo.com (öffnet in neuem Fenster) — KI-generiertes Bild, gemeinfrei.

Julihimmel für Kinder, Sternbild Schwan

Hast du schon einmal in den Nachthimmel geschaut und das Sternbild Schwan bemerkt? Dieses Sternbild ist im Sommer leicht zu beobachten. Es wird von der Milchstraße durchzogen, dem blassen Band, das aus dem Licht von Milliarden Sternen unserer Galaxie entsteht. In einem wirklich dunklen Himmel sieht es aus, als würde der Schwan entlang dieses großen Lichtflusses fliegen.

Der Schwan ist ein ziemlich großes Sternbild, das einen fliegenden Vogel mit ausgebreiteten Flügeln darstellt. Man nennt es auch das Nördliche Kreuz, weil seine hellsten Sterne ein großes Kreuz bilden. In der Milchstraße rund um den Schwan sieht man außerdem dunkle Bereiche, das sind große Staubwolken, die das Licht der dahinterliegenden Sterne verdecken. Man nennt sie die Große Kluft.

Wie findet man den Schwan am Himmel?

Suche zuerst drei sehr helle Sterne, die ein großes Dreieck bilden, das Sommerdreieck: Wega (in der Leier), Altair (im Adler) und Deneb (im Schwan). Deneb ist von den dreien scheinbar der kleinste, aber der am weitesten entfernte. Er markiert den Schwanz des Vogels, ganz oben im Nördlichen Kreuz.

Im Juli steht der Schwan gegen 23 Uhr (Sommerzeit) bereits hoch am Himmel, im Osten. Am Ende der Nacht zieht er fast direkt über deinen Kopf. Von der Südhalbkugel aus ist er im Winter tief am nördlichen Himmel sichtbar.

Der Schwan und die Legenden

In der griechischen Mythologie wird der Schwan mit Zeus verbunden, der die Gestalt eines Schwans annahm, um Leda, die Königin von Sparta, zu besuchen. Nach einigen Versionen der Legende gehen aus dieser Begegnung berühmte Kinder hervor, wie Helena von Troja und die Zwillinge Castor und Pollux.

Andere Erzählungen berichten, dieser Schwan sei Kyknos gewesen, der Freund des Helden Phaethon. Er sei über den Tod seines Freundes so traurig gewesen, dass die Götter ihn in einen Schwan verwandelten. In einer anderen Version handelt es sich um Orpheus, den berühmten Musiker, den man am Himmel neben seiner Leier findet, dem benachbarten Sternbild Leier.

Die Sterne des Schwans

Deneb, der Schwanz des Schwans

Deneb ist der hellste Stern im Schwan. Sein Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet „der Schwanz“. Er ist ein weißer Überriese, etwa 200-mal breiter als die Sonne und fast 200.000-mal leuchtkräftiger. Er ist etwa 2.600 Lichtjahre von uns entfernt, aber die Entfernung von Deneb ist schwer zu messen, und die Schätzungen schwanken stark. Wäre er so nah wie Sirius, würde er den Himmel wie ein kleiner Mond erhellen.

Albireo, der Doppelstern mit zwei Farben

Am anderen Ende des Nördlichen Kreuzes markiert Albireo den Schnabel des Schwans. Er ist einer der schönsten Doppelsterne des Himmels. Mit einem kleinen Fernglas oder einem kleinen Teleskop sieht man zwei Sterne unterschiedlicher Farbe, einen goldenen und einen blauen. Albireo ist etwa 400 Lichtjahre von uns entfernt.

61 Cygni, der erste gemessene Stern

Der kleine Stern 61 Cygni hat einen wichtigen Platz in der Geschichte der Astronomie. Im Jahr 1838 war der deutsche Astronom Friedrich Bessel der erste, der die Entfernung eines Sterns maß, und er wählte diesen Stern. Er ist etwa 11 Lichtjahre entfernt, in der Maßstabsgröße der Sterne also sehr nahe bei uns.

Cygnus X-1, ein Schwarzes Loch im Schwan

Der Schwan ist für Astronomen wichtig, weil er Cygnus X-1 enthält. Das ist kein Stern, sondern eine Quelle von Röntgenstrahlen, einem für unsere Augen unsichtbaren Licht. Sie wurde 1964 entdeckt und ist eines der ersten Objekte dieser Art, die am Himmel identifiziert wurden.

Heute wissen wir, dass Cygnus X-1 ein Schwarzes Loch ist, etwa 21-mal so massereich wie die Sonne, in etwa 7.200 Lichtjahren Entfernung. Es ist so dicht, dass nicht einmal Licht daraus entweichen kann. Es umkreist einen blauen Riesenstern, der etwa 40-mal massereicher ist als die Sonne, auf einer Bahn von etwa sechs Tagen. Es reißt Gasstücke von diesem Stern ab, und dieses Gas erhitzt sich beim Hineinfallen und sendet die Röntgenstrahlen aus, die wir beobachten. Cygnus X-1 war sogar der Auslöser einer berühmten Wette zwischen zwei Physikern, Stephen Hawking und Kip Thorne. Hawking wettete, dass es kein Schwarzes Loch sei. Schließlich gab er zu, dass er verloren hatte.

Die Nebel im Schwan

Nahe Deneb befindet sich der Nordamerikanebel (NGC 7000), eine riesige Wolke aus rot glühendem Gas, deren Form an den nordamerikanischen Kontinent erinnert. Messungen des Satelliten Gaia setzen ihn etwa 2.590 Lichtjahre von uns entfernt. In dieser Wolke entstehen neue Sterne.

Der „Golf von Mexiko“ dieses Nebels ist kein heller Bereich, sondern eine dunkle Staubwolke, die das Licht dahinter verdeckt. Direkt daneben wird der Pelikannebel (IC 5070) durch diese dunkle Wolke vom Nordamerikanebel getrennt. Mit einem guten Fernglas und einem sehr dunklen Himmel kann man den Nordamerikanebel als schwachen blassen Fleck neben Deneb erahnen.

Wusstest du?
Das Weltraumteleskop Kepler, das 2009 gestartet wurde, beobachtete mehrere Jahre lang einen kleinen Himmelsausschnitt in Richtung Schwan und Leier. Dort entdeckte es Tausende Planeten um andere Sterne.

Jetzt bist du dran!

Wähle einen klaren Juliabend, zieh dich warm an und bitte einen Erwachsenen, dich zu begleiten. Wenn möglich, geh weg von den Stadtlichtern und lass deine Augen sich etwa fünfzehn Minuten an die Dunkelheit gewöhnen. Dann versuche:

Zusammenfassend ist das Sternbild Schwan ein schönes Sternbild, das es verdient, beobachtet zu werden. Ob du dich für Astronomie oder für Mythologie interessierst, in diesem majestätischen Sternbild des Nachthimmels gibt es viel zu entdecken.

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