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Letzte Aktualisierung: 13. Juni 2022

Was ist Vision?

Was ist Vision?
Die „Checker Shadow Illusion of Adelson“ wurde 1995 von Edward H. Adelson veröffentlicht. Auf diesem Schachbrett haben die Felder A und B genau die gleiche Farbe. Diese unglaubliche Illusion kann durch Klicken auf das Bild überprüft werden. Diese Illusion derselben Farbe veranschaulicht deutlich das kognitive Stadium. Aus einem präzisen Abbild der Realität liefert uns unser Gehirn ein schlüssiges Ergebnis, das unserem Wissen entspricht. Er interpretiert die Farben, Formen und Bewegungen von Objekten und modifiziert oder ergänzt bei Bedarf die fehlenden Elemente, um den Dingen eine gewisse Kohärenz wiederherzustellen. Mit anderen Worten: Er möchte die sinnliche Welt als eine intelligible Welt sehen, wie er sie sich vorstellt, wie er sie verstanden hat, wie er sie gelehrt wurde. Sehen ist von Geburt an Wissen und unser Gehirn ist blind, bis es das Sehen gelernt hat. Kredit:Edward H. Adelson Professor für Sehwissenschaft

Wir sehen hauptsächlich mit unserem Gehirn!

Informationen aus der äußeren Umgebung sind in ihrer unendlichen Zahl durch die Empfindlichkeit unserer Sinnessensoren wie Seh-, Hör-, Geruchs- oder Tastwahrnehmung begrenzt.
Diese begrenzten Informationen ermöglichen es unserem Gehirn, sie schnell zu verarbeiten, um uns ein mentales Bild zu senden, das einer mehr oder weniger korrekten Wahrnehmung der Realität entspricht. Somit kann von all den von unseren Sinnen erfassten Daten nur ein Teil auf der bewussten Ebene verarbeitet werden.
Diese Datenfilterung wird auch durch Aufmerksamkeit und Motivation bestimmt. Wenn wir uns auf eine ganz bestimmte Aufgabe konzentrieren (Lesen, Zuhören, Denken usw.), werden andere Daten in der Umgebung, die nicht mit dieser Aufgabe zusammenhängen, ignoriert.
Unsere Augen, die ein Erbe der Selektion sind, können sich nicht irren, denn auf ein präzises Spektrum beschränkte Lichtinformationen sind physikalisch real. Diese von den Fotorezeptoren in unseren Augen erfassten Informationen sind lediglich die Reflexion von Photonen an Objekten in unserer Umgebung. Wie ein Spiegel sind unsere Augen den Lichtinformationen treu, die auf der Netzhaut ein konkretes Bild formen. Diese Informationen lösen dann chemische Reaktionen an den Photorezeptoren (Zapfen und Stäbchen) aus. Anschließend wird die Nachricht über bipolare Neuronen und dann über Ganglienneuronen in Nervenimpulse umgewandelt (Transduktion).
Die Axone dieser Neuronen (Sehnerv) erreichen den visuellen Kortex, der sich auf der Rückseite des Hinterhauptslappens des Gehirns befindet. Dabei verschwindet die visuelle Information (Bild) vollständig und wird in chemische Signale (Neurotransmitter) elektrischer Natur rekonstruiert. Diese Informationen werden global mit anderen sensorischen Signalen verarbeitet, um eine integrierte multisensorische Darstellung der Umgebung zu erstellen. Die Auswahl hat diese Betriebsart gewählt, damit wir effektiv mit der Welt um uns herum interagieren können.

Aus diesem nach außen offenen Fenster wählt, dekodiert, integriert und interpretiert unser Gehirn die charakteristischen Ereignisse der farbigen dreidimensionalen Szene (visueller Reiz).
Was wir also „Vision“ nennen, ist lediglich eine zerebrale Interpretation elektrischer Signale, die von unseren mentalen Mustern abhängig sind. Tatsächlich kann dasselbe Bild von verschiedenen Personen unterschiedlich interpretiert werden, weil sie nicht zur gleichen Zeit in ihrem Leben die gleichen Erfahrungen gemacht haben.

Die sensorischen Stufen der Wahrnehmung

Wir sehen nicht mit unseren Augen, sondern mit unserem Gehirn!
Laut Wahrnehmungspsychologen durchläuft diese Interpretation mehrere Phasen (sensorisch, wahrnehmungsbezogen und kognitiv).
Die sensorische PhaseDank unserer spezialisierten Rezeptorzellen können wir eine Vielzahl von Licht-, Hör-, Geruchs- und Tastinformationen aus der Umgebung wahrnehmen.
Die Wahrnehmungsphaseermöglicht es unserem Gehirn, Teile der Sinnesdaten wie Formen, Farben und Bewegungen auszuwählen.
Die kognitive Phasewird der Information eine zusammenhängende Bedeutung zuweisen. Dieses Konzept wird auf der Grundlage unseres Vorwissens, also unseres Lernens, erstellt. Wenn wir beispielsweise die Tausenden von zufällig verstreuten Sternen am Nachthimmel betrachten, fallen uns vor allem diejenigen auf, die Asterismen bilden, die wir Sternbilder nennen (Großer Ursa, Widder, Stier, Zwillinge usw.). Unser Gehirn erkennt sofort geometrische Formen (Linien, Kreise, Quadrate, Rechtecke). Diese Figuren werden unserer Umwelt Bedeutung verleihen, weil sie uns helfen, uns im Weltraum zurechtzufinden. Im Laufe des Lebens lernt das Gehirn, neurobiologische Mechanismen (Wahrnehmung, motorische Fähigkeiten, Sprache, Gedächtnis, logisches Denken, Emotionen usw.) zu durchschauen.

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